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Employer Branding ohne Stockfotos
Industriefotografie Blog
Employer Branding ohne Stockfotos: Recruiting mit echten Bildern aus Betrieb und Produktion
Recruiting ist heute stark visuell. Bewerber wollen schnell verstehen, wie es bei euch wirklich aussieht. Genau deshalb funktionieren echte Fotos aus eurem Betrieb fast immer besser als Stockbilder mit Modell-Lächeln. Ziel ist nicht Show, sondern Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit heißt: echte Umgebung, echte Arbeitssituationen, sauber fotografiert und zur Marke passend.
1) Warum echte Bilder im Recruiting besser funktionieren
- Vertrauen: Man sieht euren Betrieb, nicht irgendeinen Kataloghintergrund.
- Orientierung: Bewerber verstehen Aufgaben, Maschinen, Umfeld und Sicherheitsniveau.
- Unterscheidbarkeit: Ihr wirkt wie ein echtes Unternehmen, nicht wie eine austauschbare Anzeige.
- Weniger Fehlbewerbungen: Realistischer Eindruck spart beiden Seiten Zeit.
2) Welche Motive im Recruiting wirklich ziehen
- Arbeitsumgebung: Halle, Montage, Werkstatt, Lager, Büro im Kontext
- Arbeitssituationen: Bedienung, Rüsten, Prüfen, Dokumentieren, Team im Prozess
- Qualität und Sicherheit: QS, Messmittel, Ordnung, PSA, sichere Abläufe
- Team ohne Kitsch: kurze Szenen, echte Momente, kein „Stellt euch mal hin und lacht“
3) Marke, Logo und Arbeitskleidung: bitte nicht dem Zufall überlassen
Recruiting-Fotos sind Markenkommunikation. Deshalb sollte klar sein, wie viel „Brand“ sichtbar sein soll:
- Logo und Corporate Design: lieber bewusst einsetzen als zufällig irgendwo im Hintergrund
- Arbeitskleidung: einheitlich, sauber, realistisch. Keine Kostümshow, aber ordentlich.
- Fremdmarken: auf Maschinen, Kartons oder Werkzeugen prüfen. Wenn es stört, vorher klären oder neutral halten.
4) Mitarbeiter im Bild: Einwilligung, Betriebsrat und klare Regeln
In Deutschland ist das Thema Mitarbeiterbilder zu Recht sensibel. Damit es intern sauber läuft, empfehlen wir:
- Grundsatz klären: Sollen Mitarbeiter erkennbar sein oder nicht?
- Einwilligungen: Wenn Personen erkennbar sind, Einwilligung schriftlich oder nach eurer internen Regelung.
- Betriebsrat: Falls vorhanden, frühzeitig einbinden. Das spart spätere Stopps.
- Alternative ohne Gesichter: Hände, Rücken, Silhouetten, Helme, Schutzbrillen. Wirkt menschlich und reduziert Reibung.
5) Freigabe und No-go Bereiche: damit Recruiting nicht zur Risikoübung wird
Für Recruiting gelten die gleichen No-go Themen wie für Industriefotografie generell, manchmal sogar strenger:
- Prototypen, neue Funktionen, interne Entwicklungen
- Seriennummern, Typenschilder, Auftragsnummern, Lieferscheine
- Whiteboards, Kennzahlen, Schichtpläne, Preislisten
- Monitore, Zugangskontrollen, Ausweise, Sicherheitsbereiche
Empfehlung: Freigabe in zwei Schritten trennen:
- Freigabe A: „Aufnahme ist gut – bitte belichten“ (Auswahl und Qualität)
- Freigabe B: „Foto darf veröffentlicht werden“ (Inhalt, No-go, interne Regeln)
6) Mini-Plan: Recruiting-Serie mit 12 Bildern
- 2 Übersichten (Werk, Halle oder Standort)
- 4 Arbeitssituationen (gern ohne Gesichter möglich)
- 3 Detailmotive (Qualität, Werkzeuge, Präzision)
- 2 Team-Momente im Kontext (kurz, echt, nicht gestellt)
- 1 Hero-Motiv für den Karriere-Header
Mini-Checkliste: Damit Recruiting-Fotos intern durchgehen
- Entscheidung: Mitarbeiter erkennbar ja oder nein
- Einwilligungen und interne Regeln geklärt
- Betriebsrat eingebunden (falls relevant)
- No-go Bereiche und sensible Inhalte definiert
- Logo, Arbeitskleidung und Markenbild vorher abgestimmt
- Freigabeprozess festgelegt
Typische Fehler
- Stockbilder, die jeder schon gesehen hat
- Zu gestellte Szenen, die keiner glaubt
- Zu viele Motive ohne Serienlogik
- Marke und Logos sind zufällig, nicht gesteuert
- Einwilligungen und Freigaben werden erst nach dem Shooting geklärt
FAQs – Recruiting mit echten Bildern aus Betrieb und Produktion
FAQ 1: Warum sind echte Fotos im Recruiting besser als Stockbilder?
Weil sie Vertrauen schaffen. Bewerber sehen euren Betrieb, eure Arbeitsplätze und die echte Umgebung. Das wirkt glaubwürdig und sorgt oft für passendere Bewerbungen.
FAQ 2: Müssen Mitarbeiter auf Recruiting-Fotos erkennbar sein?
Nein. Es funktioniert sehr gut ohne Gesichter: Hände, Rückenansichten, Silhouetten, Helme und Schutzbrillen zeigen Arbeit und Teamgefühl, ohne dass es bei Einwilligungen kompliziert wird.
FAQ 3: Was müssen wir in Deutschland bei Mitarbeiterfotos beachten?
Wenn Personen erkennbar sind, braucht ihr klare interne Regeln und in der Regel eine Einwilligung. Falls es einen Betriebsrat gibt, sollte er frühzeitig eingebunden werden, damit der Ablauf später nicht stoppt.
FAQ 4: Wie gehen wir mit Logos, Marken und Fremdmarken im Bild um?
Eigene Logos sollten bewusst eingesetzt werden, nicht zufällig. Fremdmarken auf Werkzeugen, Kartons oder Maschinen prüft man vorher: Entweder akzeptiert ihr sie, oder wir vermeiden sie im Bild oder halten sie neutral.
FAQ 5: Wie vermeiden wir No-go Inhalte in Recruiting-Fotos?
Mit einer No-go Liste vor dem Shooting und einer Freigabe in zwei Schritten: Auswahl und Qualität („Aufnahme ist gut – bitte belichten“) und danach die Veröffentlichung („Foto darf veröffentlicht werden“).
„Für mich ist Industriefotografie kein Stilmittel, sondern Teil technischer Kommunikation – klar, präzise und mit Respekt vor dem, was sie zeigt.“
„Ich fotografiere nicht nur Technik. Ich übersetze sie in Bilder, die verstanden werden, auch ohne ein Wort.“
Bernd vom Hofe
Ich stehe für visuelle Kommunikation, die wirkt. Als Industriefotograf begleite ich seit 1984 Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Mittelstand – von Maschinenfotografie bis Webdesign.