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Industriefotografie Blog

Freigaben in der Industrie: einfach erklärt – damit Bilder intern nicht hängen bleiben

In der Industrie sind Fotos selten das Problem. Freigaben sind es. Wer darf was zeigen, wer muss zustimmen, und warum taucht auf dem Bild plötzlich ein Whiteboard mit sensiblen Infos auf? Hier bekommst du einen klaren Ablauf, wie Freigaben schnell, sicher und ohne Endlos-Schleifen funktionieren.

1) Freigabe ist nicht gleich Freigabe

Wir trennen bewusst in zwei Entscheidungen. Das verhindert Missverständnisse und spart später Diskussionen.

Freigabe A: „Aufnahme ist gut – bitte belichten“

Das ist die Abnahme der Auswahl und der Bildqualität. Frei nach dem alten Satz aus der Dunkelkammer: Die Aufnahme passt, bitte ausarbeiten.

  • Motive passen zur Motivliste und zum Ziel
  • Schärfe, Perspektive, Licht und Look sind stimmig
  • Keine offensichtlichen Störstellen, die euch später ärgern
  • Retuscheumfang ist klar (was soll bereinigt werden, was bleibt real?)

Freigabe B: „Foto darf veröffentlicht werden“

Das ist die Freigabe zur Nutzung in euren Kanälen. Hier geht es nicht mehr um Schönheit, sondern um Risiko, Geheimhaltung und Zuständigkeit.

  • Keine sensiblen Informationen sichtbar (Whiteboards, Auftragsnummern, Kennzahlen, Seriennummern)
  • Keine No-go Bereiche oder Prototypen im Bild
  • Interne Regeln eingehalten (z B Arbeitssicherheit, Zugänge, Ausweise, Monitore)
  • Wenn Personen erkennbar sind: Einwilligungen liegen vor oder es ist intern geklärt

2) Wer gibt frei? Eine Person muss entscheiden

Damit es funktioniert, braucht es eine verantwortliche Person, die beauftragt und am Ende freigibt. Input kann aus Produktion, QS, Entwicklung oder Werkleitung kommen. Aber die finale Entscheidung sollte bei einer benannten Person liegen.

3) Ganz wichtig: Verantwortung und Haftung liegt beim Auftraggeber

Die Person, die die Aufnahmen bestellt und die Veröffentlichung freigibt, bestätigt damit die Richtigkeit der Freigabe. Das heißt: Sie ist intern verantwortlich, dass alle erforderlichen Zustimmungen vorliegen und dass keine schützenswerten oder vertraulichen Inhalte veröffentlicht werden.

Im Klartext: Ich kann Störstellen sehen und auf Risiken hinweisen, und ich tue das auch. Aber ich kann nicht wissen, welche Details bei euch geheim sind, welche Kundenbeziehungen betroffen sind oder welche internen Regeln gerade gelten. Deshalb muss die Veröffentlichung durch eine freigabeberechtigte Person eures Unternehmens bestätigt werden. Diese Bestätigung gilt im Zweifel als verbindlich und haftungsrelevant.

4) No-go Liste: Das sollte vor dem Shooting klar sein

  • Prototypen, neue Baugruppen, nicht veröffentlichte Funktionen
  • Seriennummern, Typenschilder, Auftragsnummern, Lieferscheine
  • Whiteboards, Schichtpläne, Kennzahlen, Preislisten
  • Kundennamen oder sensible Etiketten im Hintergrund
  • IT- oder Sicherheitsbereiche (Monitore, Zugangskontrollen, Ausweise)

5) Trickkiste aus der Praxis: So wird Freigabe schneller

  • Vorab 10 Beispielmotive zeigen, damit alle wissen, welche Bildsprache gemeint ist
  • Freigabe A: nur eine Auswahl zur Bearbeitung senden (z B 20-40 Motive), nicht 300
  • Freigabe B: Veröffentlichung erst nach finalen Dateien, nicht auf Roh-Auswahl
  • Bei Zweifel: Bildvariante liefern (z B anderer Ausschnitt, Schild neutralisiert)

6) Kurzer Rechte-Teil: Bei uns ist das unkompliziert

Nach vollständiger Bezahlung übertrage ich dir die Nutzungsrechte an den Bildern ohne zeitliche und räumliche Beschränkung – für den eigenen Gebrauch deines Unternehmens. Weitergabe oder Nutzung durch Dritte (z B Händler, Partner, Lieferanten, Lieferanten deines Kunden) wird separat vereinbart.

Mini-Checkliste: Freigaben ohne Drama

  • Eine Person entscheidet final und ist benannt
  • Freigabe A (Auswahl und Qualität) ist erteilt
  • Freigabe B (Veröffentlichung) ist erteilt
  • No-go Liste steht vor dem Shooting
  • Auswahlmenge ist begrenzt (Qualität statt Masse)

    Kontakt – wenn du willst, dass wir No-go Bereiche und Freigabeprozess vorab so klären, dass danach niemand mehr Bauchschmerzen hat.

    „Für mich ist Industriefotografie kein Stilmittel, sondern Teil technischer Kommunikation – klar, präzise und mit Respekt vor dem, was sie zeigt.“

    „Ich fotografiere nicht nur Technik. Ich übersetze sie in Bilder, die verstanden werden, auch ohne ein Wort.“

    Bernd vom Hofe

    Ich stehe für visuelle Kommunikation, die wirkt. Als Industriefotograf begleite ich seit 1984 Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Mittelstand – von Maschinenfotografie bis Webdesign.

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